Die Geschichte der Konstanzer Giggelbatscher

Viele Menschen glauben noch heute, das das Mittelalter düster und dunkel war. Dunkel war es tatsächlich, aber meist nur nachts. Und nachts war die Zeit, in der Wilde Männer (und Frauen) den finsteren Wald verließen, um die Vorgärten der Konstanzer Bürger zu verwüsten und aus den Hühnerställen Kleinholz zu machen. Die Konstanzer wussten nicht, mit was für Wesen sie es zu tun hatten, deshalb gaben sie ihnen den Namen Giggelbatscher (Giggel = Hahn, Hühnchen; batschen = schlagen, hauen).
Diese Wilden Männer (und Frauen) waren nackt, am ganzen Körper stark behaart und mit übermenschlichen Kräften ausgestattet. Zudem trugen sie meist noch einen Knüppel, Stock oder kleinen Baum (mitsamt Wurzel) mit sich herum.
Doch mit der Zeit wurde es auch für die Konstanzer zu viel. Sie beschwerten sich beim Grafen über diese (Un-)Wesen. Der Graf lies darauf alle Jäger des Landes kommen, um die Giggelbatscher einzufangen. Es gelang ihnen jedoch nicht. Schließlich half nur noch eine List weiter, ausgedacht von einem jungen Jägersohn.
Im Ort wurden große, mit Wein oder Bier gefüllte Fässer aufgestellt. Die Giggelbatscher machten sich über die Fässer her, und wie zu erwarten war, konnte man sie bald sturzbetrunken gefangen nehmen und anschließend in den Kerker sperren lassen.
Über sie wurde dann auch sogleich Gericht gehalten. Zur Strafe wurden an ihre Beine rote Blätz genäht, und daran wurden Schellen (Glöckchen) befestigt. So war es jederzeit möglich, sie zu sehen und zu hören. Doch die Zellentüren konnten ihren großen Kräften nicht lange stand halten und sie flohen wieder in die Finsternis des Waldes.

Fortan trauten sie sich aber nicht mehr nach Konstanz, waren sie jetzt doch gut zu sehen und zu hören. Und trotz ihrer großen Kräfte waren sie recht scheue Wesen. Doch mit der Zeit färbte der Wald die Blätz wieder in seine Farben, so das sie schließlich nur noch zu hören waren.
Also liebe Leute, wenn ihr ein Glöckchen hört, könnte es auch ein Giggelbatscher sein.
Quelle der Inspiration: Wikipedia